STADTMUSEUM WAIDHOFEN an der THAYA
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Das Webereimuseum als Dauerausstellung

Waidhofen an der Thaya und die Weberei

Bereits im 15. Jahrhundert werden im Stadtbuch von Waidhofen Weber erwähnt. Die gewerblichen Weber unterlagen den strengen Regeln der Zunftordnung. Daneben - und oft in Konkurrenz dazu - hielt sich die Weberei in den Bauernhäusern bis ins 20. Jahrhundert.
Auf dem Handwebstuhl erzeugte der Weber einfache. glatte Gewebe aus Leinen, Wolle oder Baumwolle.
Der Weber schoss den Webschützen durch das Webfach. Mit zwei Fußhebeln hob und senkte er die Schäfte im Wechsel.
In 10 Stunden konnte der Weber bis zu 8 Meter Stoff etwa 80 Zentimeter breit weben.
Der Raum Waidhofen - Groß-Siegharts war spezialisiert auf die Bandproduktion und hieß daher „Bandlkramerland“.
Zunächst waren die Banderzeuger auf Händler und Verleger angewiesen. Ihren Aufschwung verdankt die Bandweberei der Liberalisierung des Hausierwesens am Ende des 18. Jahrhunderts.
Die Waldviertler Banderzeuger gehörten zu den ersten mit diesem Vorrecht.

Der Rundgang durch die Maschinenhalle umfasst drei Stationen

  1. Die Handweberei mit Webvorbereitung und weben am einfachen Handwebstuhl.
  2. Die mechanische Weberei mit mechanischen Webstühlen bis zur Entwicklung der Jacquardtechnik und damit dem Entstehen von Lochkartenmaschinen.
  3. Die ausführlich dargestellte Bandweberei, da Waidhofen ein Zentrum der Bandweberei war. Das Museum deckt die ganze Bandbreite der Entwicklung der Bandmaschinenerzeugung ab.


Eine Besonderheit des Museums sind die zahlreichen Jacquardmaschinen.
Die Jacquardmaschine hatte die neue Eigenschaft, daß die Kettfäden mustergemäß gehoben wurden.
Als Datenträger dienten damals bereits Lochkarten.

Unser Weberei- und Webstuhl-Experte Dipl. Ing. Heinrich Hetzer kümmert sich um die Instandhaltung und Instandsetzung dieser textiltechnischen Juwele, einige davon sind nach wie vor voll betreibbar und können bei einer Führung in Aktion gesehen (und gehört) werden !